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Gesünder Süßen: Warum Xylit gut für dich und deine Zähne ist


Posted on November 19th, by Greena in Gesundheit, Körperpflege. 6 comments

Gesünder Süßen: Warum Xylit gut für dich und deine Zähne ist

Stell dir mal vor, du könntest Süßigkeiten naschen und deiner Gesundheit bzw. deinen Zähnen sogar etwas Gutes tun. Naschen für die Gesundheit – das wär’s, oder? Xylit ist der Geheimtipp. Diese Zuckerart schützt vor Karies und hat noch einige andere Vorteile für die Gesundheit. Warum das so ist, möchte ich dir heute berichten.

 

Was ist Xylit?

Xylit ist ein Zuckeraustauschstoff und wird oft auch Birkenzucker oder Xylitol genannt. Es handelt sich um eine natürliche Zuckerart.

Xylit wird aus Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern in Finnland (hauptsächlich Birken, deshalb „Birkenzucker“) oder aus natürlich gezüchtetem Mais (meistens aus China) gewonnen. Außerdem ist es in Früchten zu finden und wird sogar – in geringen Mengen – vom menschlichen Körper gebildet.

Es ist vegan und unterscheidet sich optisch nicht von Zucker. Es schmeckt so ziemlich wie herkömmlicher Zucker, nur nicht so „flach“ wie Süßstoff oder Stevia. Es ist nur wenig teurer als Haushaltszucker und – in Anbetracht der vielen Vorteile – definitiv die bessere Wahl (natürlich solltest du es nur in Maßen konsumieren). Welche Gründe für Xylit sprechen, erfährst du im Folgenden.

 

Xylit gegen Karies

Xylit hat, im Gegensatz zum klassischen Haushaltszucker den Vorteil, dass es kein Karies verursacht und Kariesbildung sogar verhindern kann. Deshalb handelt es sich hierbei um eine wunderbare Karies-Prophylaxe.

Das funktioniert so: Xylit bietet, im Gegensatz zu Zucker, keinen Nährboden für kariesverursachende Bakterien (und Pilze). Denn normalerweise verstoffwechseln diese Bakterien Zucker und andere Kohlenhydrate zu zahnschädlicher Milchsäure. Bei Xylit funktioniert dies nicht – die Bakterien werden an ihrer Arbeit gehindert und es wird ihnen die Lebensgrundlage entzogen. Xylit tötet also keine Bakterien und ist kein Antibiotikum, es verhindert nur deren schädliches Werk.

Xylit fördert, löst man es im Mund auf, die Speichelbildung. Unser Speichel enthält Calciumphosphat. Da die Zähne Mineralien aufnehmen können, wird durch die Aufnahme der Mineralien Zahnschmelz gebildet und bestehender Zahnschmelz gehärtet. Das ist auch ein Grund, warum du viel rohes Obst und Gemüse essen solltest. Unsere Zähne haben die Fähigkeit, Mineralien aus unserer Nahrung aufzunehmen. Zudem werden durch die speichelbedingte Remineralisierung die Zahnoberflächen geglättet und Bakterien und Proteine haben es schwerer, sich an die Zahnoberflächen zu heften.

Säuren, die durch die Nahrungsaufnahme entstehen, werden durch den erhöhten Speichelfluss verdünnt. Das erhöht den pH-Wert, denn die kariesverursachenden Bakterien (Streptococcus mutans) lieben einen sauren pH-Wert. Nur so können sie sich an unsere Zähne heften. Dadurch entsteht Plaque. Beugst du der Plaquebildung vor, so kann sich auch kein Karies bilden.

 

Xylit gegen Mundgeruch

Da Xylit keinen Nährboden für Bakterien bietet, hilft es natürlich auch gegen Mundgeruch. Hier sind jedoch meist auch andere Ursachen schuld (Ernährung, Übersäuerung,…) – nicht nur die Mundpflege. Effektiver und natürlicher als die Anwendung geruchsüberdeckender aggressiver Mundspülungen ist Xylit aber allemal. Ein Versuch ist es Wert, oder? :-)

 

Xylit gegen Parodontose/Parodontitis

Wenn sich Bakterien an Zahnhälsen ansammeln und Plaque bilden, kann Parodontitis entstehen. Dabei sondern die Bakterien Stoffe ab, die zu Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) führen. Im fortgeschrittenen Stadium führt Parodontitis zu Zahnverlust, zum Abbau von Zahnfleisch und Knochen.

Sowohl Gingivitis als auch Parodontitis können durch die regelmäßige Anwendung von  Xylit – bedingt durch die oben genannten Gründe – positiv beeinflusst werden.

Auch die Bildung von Zahnstein kann deutlich reduziert werden, da auf Dauer gesehen weniger Plaque an den Zähnen haften bleibt.

 

Xylit bei Diabetes

Doch nicht nur den Zähnen hilft der Einsatz von Xylit, wenn wir es statt Zucker als Süßungsmittel einsetzen. Xylit wird im menschlichen Körper so gut wie insulinunabhängig abgebaut – Insulin wird nur ganz schwach ausgeschüttet. Das bedeutet, dass der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr xylithaltiger Nahrungsmittel nur sehr langsam ansteigt. Das ist insbesondere für Diabetiker interessant, denn Xylit z.B. hat einen glykämischen Index von 10, Zucker von 65, Traubenzucker von 100 und Bier von 110!

Wie gut also, dass du Xylit ohne Probleme zum Süßen, Kochen oder Backen verwenden kannst.

 

Xylit gegen Übergewicht

Doch auch wenn man kein Diabetiker ist, birgt Xylit viele Vorteile. Die Bauchspeicheldrüse wird weniger belastet. Außerdem kann man dem Risiko, an Diabetes zu erkranken, entgegen wirken. Auch den typischen Heißhungerattacken nach dem Abfall des Blutzuckers kann man durch die Verwendung von Xylit entgehen. So ist die Gefahr, übergewichtig zu werden, geringer.

Wer auf eine bewusste Ernährung achtet, profitiert auch kalorientechnisch von Xylit. Es enthält bis zu 40 % weniger Kalorien als herkömmlicher Zucker.

 

Xylit gegen Pilze im Körper

Auch Pilze können Xylit nicht verstoffwechseln, es ist kein „Nährboden“, ihnen wird die Lebensgrundlage entzogen. Daher ist es auch bei Pilzerkrankungen wie z.B. Candida Albicans, etc. förderlich.

Hierfür macht es Sinn, wenn du herkömmliche Süßigkeiten durch Süßigkeiten mit Xylit ersetzt (oder diese in dem Fall am besten ganz weglässt ;-)).


Anwendung/Einnahme

Nimm nach jeder Mahlzeit oder am Abend, bevor du in’s Bett gehst, einen halben Teelöffel Xylit in den Mund und lasse diesen auflösen. Bitte nicht zerbeißen, da die Zuckerkristalle ziemlich scharfkantig sind und dann wie ein Schmirgelpapier an den Zähnen wirken. Dann eine gewisse Zeit den Mund damit spülen und evtl. gurgeln. Xylit gibt es in verschiedenen Körnungen – als Puder ist er natürlich am löslichsten.

Nach der Anwendung solltest du deinen Mund nicht mit Wasser ausspülen und auch etwa eine halbe Stunde nichts trinken, damit das Xylit ausreichend wirken kann.

Zur Zahnpflege nach dem Essen kann du Xylit in Form von Kaugummis oder Bonbons aufnehmen (bitte ohne Süßstoffe wie Aspartam oder Acesulfam K).

Xylit kann auch zum Kochen und Backen verwendet werden. Hierbei kann Haushaltszucker 1:1 durch Xylit ersetzt werden. Die Süßkraft von Xylit ist allerdings nicht so hoch, wie bei normalem Zucker. Oder du süßt fortan deinen Tee oder Kaffee mit Xylit und tust somit noch etwas Gutes für deine Zähne.

Zahncreme mit Xylit ist nicht so sehr zu empfehlen wie Xylit pur, denn darin ist nur sehr wenig davon enthalten und die Wirkung ist deshalb nicht so gut. Besser als andere Zahncremes ist es aber aufjedenfall, das haben auch Studien bewiesen.

Die Einnahme von Xylit ist für Kinder und Erwachsene unbedenklich. Zu Beginn sollten jedoch nicht mehr als 3 bis 4 Teelöffel Xylit pro Tag konsumiert werden, da es sonst abführend wirken kann. Die Menge kann dann, bei Bedarf, langsam gesteigert werden, bis sich der Körper nach und nach an größere Mengen gewöhnt hat und die benötigten Enzyme produziert. Es sollten jedoch nicht mehr als 100 g Xylit pro Tag eingenommen werden (für Kinder höchstens 50 g pro Tag). Für Säuglinge und Kinder ist Xylit weniger geeignet, da sie Xylit noch nicht optimal verstoffwechseln und es noch nicht genug Daten über die Langzeitwirkung gibt.

Menschen mit Fructose-Intoleranz sollten Xylit anfangs nur in sehr geringen Mengen konsumieren, da es sonst zu gleichen Symptomen wie bei FI kommen kann.

Achtung: Für manche Tiere ist Xylit gefährlich, da ihnen ein wichtiges Enzym fehlt, mit dem es in der Leber abgebaut werden kann.

 

Ergiebigkeit

Xylit ist sehr ergiebig. Es ist nur wenig teurer als Zucker, die Ergiebigkeit und die Vielfalt der Einsatzfelder relativieren den Preis jedoch.

 

Wo bekommst du Xylit?

Xylit bekommst du z.B. bei Xucker (gute Qualität, u.a. in praktischen Dosen erhältlich) oder hier. Hier erhältst du auch Süßigkeiten mit Xylit und viele Rezepte.

Weitere gute Infos findest du auch bei Zentrum der Gesundheit.

 

Was du sonst noch wissen solltest

So positiv die Sache mit Xylit auch klingt: bitte beachte, dass ein Nahrungsmittel nicht zwangsläufig gesund wird, nur weil es Xylit statt Zucker enthält. Allgemein ist es immer noch besser, komplett auf Zucker zu verzichten, es sei denn natürlich, du verwendest es zur Zahnpflege.

Xylit wird sehr aufwendig hergestellt und ist somit ein stark verarbeitetes Produkt. Natürlich und ressourcenschonend ist das nicht. Aber dies ist auch nicht bei Zucker oder anderen Süßmitteln der Fall, es sei denn es handelt sich um Honig oder Ahornsirup.

Zudem ist Xylit noch nicht in Bio-Qualität verfügbar. Folglich wird es auch nur gering in Bio-Lebensmitteln eingesetzt. :-)

Xylit ist umweltfreundlich, wenn es aus Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft in Europa stammt. Das Holz kann zu 100% verwertet werden. Um den weltweiten Bedarf jedoch zu decken, muss Xylit auch aus Mais gewonnen werden, was Monokulturen fördert.

Es gibt einige Studien, die die positiven Auswirkungen auf die Zähne bestätigen, auch wenn insgesamt wenig über Xylit geforscht wird. Studien sind allgemein sehr teuer und Xylit kann als natürliche Substanz nicht patentiert und kommerziell gewinnbringend genutzt werden. Deshalb wurde die Forschung seitens der Pharmaindustrie eingestellt. Das führt auch dazu, dass man für Xylit nie Werbung sehen wird und man (sicher nicht sehr viele) detaillierte Infos darüber nur im Internet oder in Fachliteratur findet – es wird mehr oder weniger ein „Geheimtipp“ bleiben. Gut, dass wir davon wissen, oder? :-)

 

Nun hoffe ich, dass ich dein Interesse für Xylit wecken konnte.

 

Verwendest du schon Xylit? Wenn ja, welche Erfahrungen hast du gemacht?

 

 

 

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Photo Credit: 96dpi via Compfight cc





6 Gedanken zu “Gesünder Süßen: Warum Xylit gut für dich und deine Zähne ist

  1. Hier noch schnell eine Warnung an alle Hundebesitzer: Xylit ist für Hunde tödlich! Ich hab es deshalb nicht im Haus, weil meine Hündin leider manchmal klaut, oder sich auf etwas stürzt, das auf den Boden fällt. So kann man nicht völlig ausschließen, dass sie etwas davon erwischt. Man sollte seinem Hund natürlich auch keine Kekse oder so etwas geben, das mit Xylit gesüßt ist. Auch kein ganz kleines Stück.
    Vielleicht könnte dies noch mit hinein in die Rubrik „Was du sonst noch wissen solltest“?

  2. Hallo zusammen,

    vor 4 Jahren habe ich auf eine glutenfreie Ernährung umgestellt und seit etwas über einem Jahr lebe ich ketogen. Das hat erst eine wirkliche Verbesserung gebracht. Xylit habe ich auch -in kleinen Mengen- als Zuckerersatz ausprobiert und musste leider feststellen, dass es einen Einfluss auf meinen Blutzucker- und Insulinspiegel zu haben scheint…. da gehöre ich wohl zu den ganz empfindlichen Exemplaren.

    Für diejenigen, die Xylit gut vertragen, ist es aber eine schöne Sache.

    Viele Grüße
    Stephie

    • Hallo Stephie,
      danke für deinen Erfahrungsbericht! :-) Mir ging es ähnlich, den Zuckerkonsum runter zu schrauben bringt enorm viel.
      Ich nehme Xylit eigentlich nur für die Zähne…
      Viele Grüße

  3. Ich verwende seit Jahren Xylit zur Zahnpflege. Leider vertrage ich es von der Verdauung her nicht, auch bei langsamstem Einschleichen. So spucke ich nach dem Spülen eben aus. Meinen Zähnen tuts gut!

    • Hallo Marion,

      das ist gut. Ja, so mache ich es auch. Ich verwende es eigentlich auch gar nicht als alternatives Süßungsmittel (brauche eigentlich keinen Zucker im Haushalt ;-)), sondern nur zur Zahnpflege.

      Viele Grüße!

      • Eine mEn noch viel bessere Alternative ist Yacon-Sirup. Das hat zwar noch ihren stolzen Preis, da es noch ganz neu für uns ist. Aber es lohnt sich in jedem Fall. Da würde sich auch ein eigener Artikel drüber lohnen.

        Und die beste und schonenste Zahnpflege erreichst du eigentlich ohne irgendein Mittel. Nur Zahnbürste und warmes Wasser.

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