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Wie sich Nährstoffmangel auf Kauapparat und Gesichtsform auswirkt und welche Ernährung empfohlen wird


Posted on Februar 28th, by Greena in Ernährung, Gesundheit. 1 Comment

Wie sich Nährstoffmangel auf Kauapparat und Gesichtsform auswirkt und welche Ernährung empfohlen wird

Zahnprobleme nehmen seit Beginn des Industriezeitalters stetig zu.

Dazu gehört vorwiegend Karies und (der dadurch bedingte) Zahnverlust, sowie Entzündungen im Mund- und Rachenraum, Parodontose und Wurzelentzündungen oder -beschädigungen (einhergehend mit einem allgemeinen Ansteigen körperlicher entzündlicher Prozesse).

Aber auch die Zahnstellung verändert sich.

Kiefermissbildungen und ungleichmäßige Kieferbögen (und Gesichtsformen) treten immer häufiger auf. Fast jeder hat schon – aufgrund von „Platzmangel“ im Gebiss – einen Zahn gezogen bekommen und bei wenigen sind noch alle Weisheitszähne vorhanden.

Normal und von der Natur gewollt ist das nicht. Wildtiere und Urvölker, die sich naturnah ernähren, haben diese Beschwerden nahezu gar nicht.

Wie so oft gilt auch hier: die falsche Ernährung ist Schuld – nicht zwangsläufig unsere Gene oder die Zahnpflege.

We are all designed to be beautiful! (Christine Cronau)

 

Der Kauapparat – Werkzeug und Kommunikationsmittel

Der Kauapparat des Menschen besteht – neben den Zähnen – aus dem Ober- und Unterkiefer und dazugehörigem Kiefergelenk, dem Gaumen samt der Zunge, der Speicheldrüse sowie der Kaumuskulatur.

Leider wird diesem komplexen Konstrukt im Alltag des modernen Menschen immer weniger Aufmerksamkeit zuteil. Um gesundheitliche Probleme bereits im Vorfeld abwenden zu können, ist es wichtig zu wissen, wie sich die tägliche Ernährung auf den Kauapparat auswirkt.

 

Der Kauapparat aus Evolutionssicht

Das menschliche Gebiss ist das Ergebnis eines langen evolutionären Prozesses, der sich anhand der unterschiedlichen Zahntypen, die sich bis heute identifizieren lassen, erkennen lässt.

Im Laufe der Entwicklung zum Allesfresser passten sich die Zähne des Menschen der zur Verfügung stehenden Nahrung an, sodass sich heute neben den großen und kleinen Mahlzähnen (Molaren), auch Schneidezähne und Eckzähne im Gebiss finden. Während die Schneidezähne für das Abtrennen von Nahrungsstücken verantwortlich sind, die mithilfe der Molaren sowie der kräftigen Kaumuskulatur zerkleinert werden, stellen die Eckzähne evolutionstechnische Rudimente dar, denn genau genommen handelt es sich um die Überbleibsel von Reißzähnen. Diese erfüllen heute nicht mehr ihren ursprünglichen Zweck, sondern fungieren ebenfalls als Schneidezähne.

Der Kauapparat dient hauptsächlich dem Zerkleinern von Nahrung aller Art, sodass die darin enthaltenen Nährstoffe im Magen-Darm-Trakt leichter extrahiert werden können, weshalb die Gesunderhaltung unbedingt erforderlich ist.

Auch hinsichtlich Aussprache bestimmter Laute haben die Zähne bzw. ein vollständiges Gebiss einen hohen Stellenwert. Es ist Kommunikationsmittel. Außerdem sind intakte Zähne ein gesellschaftlicher Indikator für Gesundheit und spielen in Sachen Schönheit eine große Rolle.

 

Forschung in Zahngesundheit und Ernährung

Anfang der 1930er begann der Zahnarzt Weston A. Price aus Cleveland eine Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen.

Er reiste zu isolierten Völkern, um die Gesundheit dieser von der westlichen Zivilisation unberührten Kulturen zu studieren und wollte herausfinden, welche Faktoren für die Gesundheit der Zähne verantwortlich sind.

Dazu besuchte er einsame Dörfer in der Schweiz, Inselbewohner in Schottland, Völker in Nord- und Südamerika, Südseeinsulaner, Eskimos, kanadische Indianer, afrikanische Stämme, Aboriginies und Maori.

Alle genannten „Gruppen“, die er besuchte, hatten schöne, gerade und gesunde Zähne.

Außerdem fand er heraus, dass sie auch sonst körperlich und psychisch gesund waren, zufrieden und glücklich wirkten und eine positive Einstellung zum Leben hatten.

Letztendlich kam er zu dem Ergebnis, dass Zahnfäule und verformte Zahnbögen (der Grund für schiefe Zähne) aber auch Merkmale wie zusammengedrängte Augen, Unter- und Überbiss, abstehende Ohren, stark herausstehende Backen und zu schmale Gesichter das Ergebnis von Nährstoffmangel sind.

Er fand heraus, dass die Gruppen im Vergleich zur amerikanischen Ernährungsweise damals etwa viermal mehr wasserlösliche Vitamine, Kalzium und andere Mineralien, und mindestens zehnmal mehr fettlösliche Vitamine aufnahmen. Die fettlöslichen Vitamine kamen aus tierischen Produkten, wie Butter, (Fisch-)Eiern, Schalentieren, Organen und tierischen Fetten – alles cholesterinreiche Lebensmittel, die als ungesund gelten.

Dr. Price entdeckte, dass die fettlöslichen Vitamine A und D (Sonne!) elementar wichtig für die Mineralabsorption und Proteinverwertung sind. Außerdem fand er das fettlösliche Vitamin K2, das in Fisch, Schalentieren, Organen und Weidebutter vorkommt. Alle traditionell lebenden Gruppen hatten eine Vitamin K2-Quelle in ihrer Nahrung.

Er fand heraus, dass die Gruppen wussten, wie wichtig die richtige Nährstoffversorgung vor  (und während) der Schwangerschaft für beide Elternteile war. So hatten tierische Produkte (viele Mineralien, Fett und fettlösliche Vitamine) in dieser Phase einen besonders hohen Stellenwert.

Dr. Price schrieb ein Buch über seine Forschungen, das bemerkenswerte Photographien von attraktiven, gesunden, “primitiven” Menschen zeigt und den physikalischen Verfall aufzeigt, den Kulturen erleben, die ihre traditionelle Ernährung zu Gunsten von modernen Fertigprodukten aufgaben.

So zeigt er z.B. den Unterschied in der Gesichtsstruktur zwischen sich traditionell ernährenden Menschen (breite, attraktive Gesichter mit genügend Platz für die Kieferbögen, schöne Zähne und Zahnstellung, …) und solchen, deren Eltern eine “zivilisierte” Ernährungsweise von denaturierten und verarbeiteten Nahrungsmitteln übernommen haben (schmale Gesichter,  zusammengedrängte, schiefe Zähne, schlechte Abwehrkräfte, …).

 

Wie die Ernährung den Kauapparat beeinflusst

Um die Funktionalität des Kauapparats langfristig aufrechtzuerhalten, ist es wichtig, dass

  1. all seine Bestandteile in ausreichendem Maße belastet, jedoch nicht überlastet werden. Damit die Kaumuskulatur ihrer Zweckbestimmung entsprechend gefordert wird, ist es unabdingbar rohe Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Im Umkehrschluss verursacht stark verarbeitete und möglicherweise ausschließlich gekochte Nahrung, dass sich die Kaumuskulatur partiell zurückbildet (fehlender Kaudruck). Dadurch kann es zur Lockerung einzelner Zähne aus dem Zahnbett kommen. Dies wiederum führt im schlimmsten Fall zu Fehlstellungen des Kiefers, die Knorpelschäden im Gelenk oder Verspannungen der Kiefermuskulatur auslösen können.
  2. Fehlbelastungen vermieden werden oder diesen entgegengewirkt wird. Hierzu gehören z.B. Daumenlutschen, falsche Körperhaltung, Knirschen, etc.
  3. auf eine ursprüngliche, natürliche und nährstoffreiche Ernährung geachtet wird, da sie entzündliche Prozesse reduziert, genügend Nähr- und Mineralstoffe (Basis für gutes Wachstum, Zahnremineralisierung und gute Abwehrkräfte) enthält, keinen Nährboden für zuckerliebende Kariesbakterien bietet und somit für ein basisches Milieu im Körper bzw. Mundraum sorgt.

Alles hängt mit allem zusammen! :-)

 

Ernährungsempfehlungen von Weston A. Price

Weston A. Price empfiehlt, sich an der Ernährung der isolierten Völker, die er kennen lernen durfte, zu orientieren (die der Paleo-Ernährung sehr ähnlich ist). Seine Empfehlungen lauten:

  • Unverarbeitete Lebensmittel verwenden
  • Obst und Gemüse frisch und roh oder leicht in Butter gedünstet, vorzugsweise biologisch oder biodynamisch erzeugt
  • Fleisch und Organe von grasfressenden Tieren aus Freilandhaltung oder aus Wildfang
  • Milchprodukte mit hohem Fettgehalt, vorzugsweise in Rohmilch-Qualität
  • Viele tierische Fette verwenden (Rinderfett, Schmalz, Butter, …)
  • Nur kaltgespresste Pflanzenöle verwenden (Kokosöl, Olivenöl, …)
  • Lebertran
  • Körner, Hülsenfrüchte oder Nüsse nur eingeweicht oder angekeimt essen (hemmt die „Antinährstoffe“)
  • Fermentiertes: Obst, Gemüse, Getränke, Würzmittel
  • (Fisch-)Eier
  • Insekten
  • Fleischbrühen aus Knochen
  • Gefiltertes Wasser
  • Unraffiniertes Salz
  • Kräuter und Gewürze, am besten frisch und roh
  • Natürliche Süßmittel verwenden: Honig (naturbelassen), Ahornsirup, Dattelzucker.
  • Unerhitzter Wein und Bier in Maßen sind ok

 

Weitere Empfehlungen

  • Hauptsächlich rohe Lebensmittel
  • Nur wenig Salz
  • Kochen nur in Edelstahl, Gusseisen, Glas, Emaille
  • Keine Mikrowellen verwenden
  • Aluminium vermeiden
  • Flouridfreie Zahncreme
  • keine Amalgamfüllungen
  • Genügend Schlaf in der Nacht
  • Bewegung
  • Natürliches Licht, Sonne tanken
  • Postiv Denken
  • Vergeben

 

Diese Lebensmittel sollten vermieden werden:

  • Industriell verarbeitete Pflanzenöle (z.B. Soja-, Mais-, Distel-, Rapsöl, etc.)
  • Stark erhitzte Öle/Fette
  • Gehärtete Fette
  • Lebensmittel aus Konserven/Dosen
  • Gespritzte Lebensmittel
  • Genmanipulierte Lebensmittel
  • Raffinierte Süßmittel (weisser Zucker, Maissirup, Fruchtzucker, …) in jeglicher Form
  • Getreideprodukte
  • Pasteurisierte, homogenisierte, entrahmte oder fettreduzierte Milch(produkte)
  • Eiweisspulver
  • Künstliche Vitamine
  • Zusatzstoffe
  • Farbstoffe
  • Medikamente
  • Hoch verarbeitete Fertigmahlzeiten
  • Zu viele Nüsse und Samen (keinesfalls ranzig)
  • Koffeinhaltige Getränke
  • Zigaretten
  • Spirituosen

 

Zähne und Kiefer sind unser ganzes Leben lang vielen unterschiedlichen Einflüssen ausgesetzt und sicher können wir nicht alles kontrollieren oder beherrschen. Wichtig ist zu wissen, welche Auswirkungen die richtige Ernährung auch hier hat und wie wichtig es aber auch ist, dass der richtige Grundstein schon in der Schwangerschaft oder im Kindesalter gelegt wird. Mich haben die Forschungen von Weston A. Price total fasziniert – vor allem, wenn es um Kiefergröße, Zahnstellung und Gesichtsform geht. Dass eine ungesunde Ernährung Karies verursacht, wissen wir ja eigentlich alle. :-)

 

Meine persönlichen Tipps/Empfehlungen:

Ich verwende zur Zahnpflege abwechselnd entweder Dr. Bronner Magic Soap Pfefferminze, Birkenzucker (Xylit), diese Zahncreme (mit effektiven Mikroorganismen; Favorit!), natives Kokosöl oder manchmal auch die Aleppo-Seife.

 

Weiterführende Links zum Thema:

 

Buchempfehlung:

Nutrition and Physical Degeneration: A Comparison of Primitive and Modern Diets and Their Effects

 

 

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Photo Credit: firoxx via Compfight cc

 





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